Mittlerweile ist es zu einer wertvollen und bewegenden Tradition geworden: Das katholische Pfarrfest in Gersthofen beginnt auch in diesem Jahr mit einer gemeinsamen ökumenischen Andacht auf dem Platz vor dem Pfarrzentrum. Am Samstagabend, dem 18. Juli 2026, kommen Christinnen und Christen der katholischen, evangelischen und neuapostolischen Kirche zusammen, um unter dem gemeinsamen Leitgedanken „Die Liebe hört niemals auf“ den Glauben und die Gemeinschaft zu feiern.
Bedingungslose Gnade und heilsame Zuneigung
Nach den Klängen des Eröffnungssongs „The Rose“ von Bette Midler und der katholischen Begrüßung führt die evangelische Seite in das zentrale Thema ein: Gottes Liebe ist die stetige „Ja-Kraft“, die uns Menschen durch alle Höhen und Tiefen des Lebens begleitet. Diese Zuneigung Gottes muss nicht durch Leistung oder fromme Übungen verdient werden, sondern ist ein reines Geschenk seiner Gnade. Selbst in Zeiten des Scheiterns oder in schwierigen Lebenssituationen bleiben wir in Gottes heilsamem Wirken geborgen.
Nach dem neuapostolischen Gebet bildet die Lesung aus dem 1. Korintherbrief (Kapitel 13, 1–8) den theologischen Kern der Andacht: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig... Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“
Eine Mitmach-Aktion, die Herz und Alltag berührt
In der Ansprache von katholischer Seite wird die Brücke zum praktischen Christsein geschlagen. Blumen gelten seit jeher als sichtbares Zeichen der Zuneigung und Wertschätzung. Anders als viele Dinge der Welt ist die göttliche und gelebte Liebe jedoch niemals ein Mittel zum Zweck – sie steht für sich selbst und verliert nie ihren Wert.
Um diesen Gedanken greifbar zu machen, lud die Gemeinschaft zu einer besonderen Mitmach-Aktion ein: Unter neuapostolischer Anleitung werden farbenfrohe Papierblumen gefaltet. Die Mitfeiernden werden ermutigt, diese selbstgebastelten Blumen als Botschafter der Liebe mit in ihren Alltag zu nehmen – sei es als Geschenk für einen lieben Menschen, im Briefkasten des Nachbarn oder an der Windschutzscheibe eines fremden Autos. So wird aus einer symbolischen Geste ein konkreter Anstoß, in einer oft kühl gewordenen Welt kleine Zeichen der Hoffnung und Nächstenliebe zu setzen.
Ein starkes Zeichen ökumenischer Verbundenheit
Begleitet von stimmungsvollen Liedern wie „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ und „Gottes Liebe ist wie die Sonne“ mündet die Andacht in gemeinsame Fürbitten. Während der Fürbitten wird Weihrauch eingelegt – ein traditionelles Symbol für die zu Gott aufsteigenden Gebete.
Nach dem gemeinsam gebeteten Vaterunser sprechen die Seelsorger aller drei Konfessionen zum Leitgedanken passende Segenswünsche. Mit dem Wunsch, dass die verbindende Kraft der Liebe Christi auch den Alltag der Menschen weiter erhellen möge, klingt die Andacht musikalisch aus – und macht den Weg frei für fröhliche Begegnungen und das anschließende Pfarrfest.