"Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied."
Mit diesem Bibelwort aus dem Johannesevangelium 19, 30 feierte Apostel Andreas Sargant am 3. April 2026 den Gottesdienst an Karfreitag in der Kirchengemeinde Dinkelsbühl. Eingeladen war die Gemeinde Gunzenhausen.
Der Apostel begann die Predigt damit, dass Gott die Menschen dazu aufrief, in die Gemeinschaft mit ihm zu kommen. Die Verbindung mit seinem Vater zu pflegen war Jesus bis zuletzt besonders wichtig. Es ging ihm in erster Linie darum, den Willen seines Vaters den Menschen auf Erden kund zu tun. Dabei betonte Andreas Sargant, wie wichtig es ist sich dem Willen Gottes zu übergeben und verwies zugleich darauf, dass etwas Übergebenes immer noch da ist: Das eigene Leben nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Ebenso verwies der Apostel auf die zahlreichen Verheißungen, die aber Jesus nicht mit Berechnung und über Umwege erfüllte. Vielmehr war es oft so, dass sie sich im Zuge seiner Aufgabe ergaben, so wie sie durch die Propheten schon lange zuvor zum Teil sehr detailliert vorhergesagt wurden. So ist es uns auch nicht immer möglich, die Dinge so zu lenken, wie wir sie gerne hätten. Die Aufgabe der Nachfolge beinhaltet, dass wir uns Gottes Willen anvertrauen. ES IST VOLLBRACHT verdeutlicht aber auch, dass Jesus den Auftrag, Gott den Menschen näher zu bringen, durch seinen Opfertod in Gänze erfüllt hat.
Der stellvertretende Bezirksvorsteher Simon Friesch betonte in einer Predigtzugabe, dass nicht immer unsere eigenen Pläne funktionieren. Deshalb sei es wichtig sich in schwierigen Situationen, wie es uns Jesus vorgemacht hat, an Gott zu wenden und darauf zu vertrauen, dass er einen Weg für uns vorgesehen hat, der uns wieder näher in die Gemeinschaft mit Gott führt. So können wir auch an mancher Stelle sagen: Es ist uns gelungen.
Zu einem weiteren Predigtbeitrag bat der Apostel die Priesterin Ulrike Baumgart aus der Kirchengemeinde Gunzenhausen. Sie sprach davon, dass mit dem Geschehen am Karfreitag das Wirken Jesu zur Geltung kommt und der Feiertag auch heute noch Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens ist. Nach seiner Auferstehung ging Jesus mit den Jüngern, die ihn zunächst nicht erkannten, nach Emmaus. Er machte ihnen keine Vorwürfe, warum sie sich auf falschen Weg begeben haben, oder nicht zusammen geblieben waren. Erst später beim gemeinsamen Brotbrechen erkannten Sie ihn. Auch wir erkennen nicht immer Gottes Plan, aber er schenkt uns Erkenntnis zur rechten Zeit.
Zur Vorbereitung auf das heilige Abendmahl ging der Apostel noch darauf ein, wie sehr es beim Vergeben auf die eigene Herzenseinstellung ankommt und wie sehr es uns dabei hilft, über Fehler und Schwächen des Anderen hinwegzusehen. Vielmehr soll die eigene Bedürftigkeit im Vordergrund stehen und in unser Bewusstsein treten. Dies können wir am besten vollbringen, wenn im Wirken des Heiligen Geistes die Liebe Gottes offenbar wird.
Umrahmt wurde der Karfreitagsgottesdienst durch die Gemeinde-Instrumentalgruppe und eine Bibellesung.
Text: Amando Bachthaler
Fotos: Christine Babel