Am 8. Mai 2025 diente unser Bischof Paul Hepp in Mering für die Gemeinde Mering und Friedberg mit dem Textwort aus dem ersten Brief Paulus an die Korinther, Kapitel 10 Vers 13.: "Doch Gott ist getreu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr es ertragen könnt."
Bischof Hepp ging auf das gesungene Chorlied „Wie selig ist zu glauben“ ein und stellte die allgemeine Frage, ob wir in unserem Glauben selig sind. Selig sein bedeutet mehr, als sich über etwas zu freuen oder glücklich zu sein. Selig zu sein ist die höchste Stufe des Glückes und bedeutet, über den Dingen zu stehen. Was glauben wir? Jeder Mensch glaubt an etwas, sogar Atheisten. Sie glauben, dass es keinen Gott und kein Weiterleben nach dem Tod gibt. Unser Bischof fragte die Gemeinde, was wir persönlich glauben. Glauben wir, dass heute Abend in diesem Gottesdienst Jesus Christus gegenwärtig ist? Es ist für uns Menschen schwer zu glauben, weil wir bestimmte Dinge nicht sehen können, doch Jesus sagte, dass er, wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, er mitten unter ihnen sein wird. Glauben wir daran?
Bischof Hepp forderte die Gemeinde auf, wenn Anfechtungen und große Sorgen kommen, auf Gott zu schauen, er ist treu. Er hat sich in Jesus Christus zu den Menschen bekannt. Er sorgt für die Seinen, er lässt nicht etwas zu, darunter sie zerbrechen würden. Timotheus schrieb: Selbst, wenn wir Gott untreu würden, würde uns Gott dennoch treu bleiben, weil er sich selbst nicht verleugnet.
Jesus erklärte dieses Bild im Gleichnis des Verlorenen Sohnes: der Sohn wollte nicht mehr zu Hause bleiben, seine persönlichen Ziele verfolgen und sein Erbe ausbezahlt haben, was von seinem Vater respektiert wurde, das heißt, dass Gott unseren freien Willen respektiert. Irgendwann kam der Sohn zum Nachdenken und musste feststellen, nachdem sein Geld ausgegangen war, dass es bei seinem Vater nicht schlecht war, obwohl er sich manchmal an bestimmte Regeln zu halten hatte. Doch diese Regeln waren viel besser, als ohne seinen Vater zu leben. Er besann sich und ging zurück zu seinem Vater. Der Vater hatte seinen Sohn nicht vergessen, er sah ihn schon von ferne und ging ihm entgegen, umarmte ihn, schenkte ihm ein Gewand und einen teuren Ring als Zeichen, dass der Sohn zu seinem Vater gehörte. Ebenso ist es mit unserem großen Gott, er vergisst uns nicht.
Wir können Gott nicht sehen, doch wir kennen die sichtbare Seite Gottes durch Jesus Christus, er hat uns diese Seite Gottes gezeigt: Gott ist Liebe, Gott ist Gnade, Gott sorgt sich um die Sünder und er möchte sie zurückbringen. In dem Gleichnis von dem verlorenen Schaf wird sichtbar, dass Gott das kleine verlorengegangene Schaf nicht aufgibt, sondern die andern 99 Schafe verlässt, um diesem nachzugehen. Es ist menschlich, wenn man denkt, dass einem die 99 Schafe ausreichen und man bei einer großen Herde leicht auf ein Schaf verzichten kann. Doch so ist nicht Gott. Er sieht genau das verlorengegangene Schaf, geht ihm nach und treibt es nicht zurück, sondern trägt es auf seinen Schultern.
Gott gab uns die Verheißung, dass er bei uns ist, bis an der Welt Ende. Wenn es dir persönlich sehr schlechtgeht und du denkst, dass du am Ende deiner Kräfte bist, ist Gott und Jesus bei dir. Daran zeigt sich Gottes Treue. Eine andere Verheißung Gottes ist, dass Jesus wiederkommen möchte und die Seelen zu sich nehmen möchte, die bereit sind, damit wir dort sein dürfen wo er ist. Jesus ist bereits dort und bereitet für uns die Stätte, die schöner und grandioser sein wird, wie wir es uns jemals vorstellen können. Darin zeigt sich erneut Gottes Treue.
Der Gemeindevorsteher, Priester Müller predigte anschließend der Gemeinde. Er sagte, dass der Heiland täglich aufs Neue für uns sorgt und fragte die Gemeinde, ob sie es glauben kann. Manchmal kann der Gedanke aufkommen, dass wir uns selber versorgen können und auf Gott nicht angewiesen sind. Doch der Heiland sorgt für uns und ist unser Begleiter. Priester Müller erwähnte das Lied: Halleluja, Jesus führt mich, Seele was verlangst du mehr? Willst an seiner Gnade du zweifeln, ja der gute Hirte ist er. Vertrau auf Gott, in aller Not, er hilft so gern, der treue Gott.
Bilder und Text: M. Eckhardt