...so klang es aus rund 80 Kehlen am Sonntagmorgen des 25. Mai 2025 aus dem Evangelischen Gemeindehaus in Harburg. Malerisch gelegen, über den Dächern von Harburg, am Fuße der Burg Harburg, schenken diese Räumlichkeiten der Kirchengemeinde gerade eine geistige Heimat.
Das eigene Kirchengebäude befindet sich gerade im Umbau. Die Umgebung ist neu, doch es passiert Vertrautes: Die Gläubigen erleben an diesem Sonntag aus dem Heiligen Geist gewirkte Wortverkündigung durch Bischof Paul Hepp und ein Paar, das den Segen zu ihrem Silbernen Hochzeitsjubiläum empfangen soll. Das Orchester spielt und untermalt den Gottesdienst würdig. Der Bischof diente aus dem Johannesevangelium Kapitel 11, Verse 25 und 26:
„Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“
"Sonntags besuchen wir den Gottesdienst, um unseren Glauben an die Auferstehung Jesu zu bekennen und uns auf unsere eigene Auferstehung vorzubereiten. Ein Glaube, der aufrichtig ist, hat konkrete Auswirkungen auf unser tägliches Leben", so der Bischof. Als negatives Beispiel nannte er den Glauben der Pharisäer. Die Pharisäer hielten die Gebote, um Segen zu erlangen. Sie gehorchten Gott nicht aus Dankbarkeit, sondern aus Eigeninteresse. Sie dachten, sie hätten ein gesegnetes Leben verdient. Gläubige mit einem solchen Glauben besuchen Gottesdienste, bringen Opfer, tun gute Werke und erwarten dafür einen materiellen Segen. Sie tun anderen Gutes, nicht aus Liebe zu Gott, sondern um gesegnet zu werden. An dieser Stelle wurde der Bischof sehr persönlich und sprach das Jubelpaar Jenny und Jürgen Stumpf direkt an: "Was war denn euer Motiv, dass ihr 25 Jahre füreinander da sein konntet? Berechnung? Anerkennung? Das Erwarten einer Gegenleistung? Ihr habt aus Liebe gehandelt! Aus Liebe zum Nächsten und aus Liebe zu Gott!"
Dem Silberhochzeitspaar gab der Bischof in der persönlichen Ansprache noch einen Bibelvers aus Sirach 34, 16 ff mit auf den Weg: "Die Augen des Herrn sehen auf die, die ihn lieben. Er ist ein gewaltiger Schild, eine starke Stütze, ein Schutz gegen die Hitze, ein Schatten am heißen Mittag, er bewahrt vor dem Straucheln, er hilft vor dem Fall; er erhebt die Seele und macht das Angesicht fröhlich, gibt Gesundheit, Leben und Segen." Es folgte die Segenshandlung. Der Gottesdienst endete mit dem Lied "Ins Wasser fällt ein Stein". Orchester und Gemeinde musizieren und singen gemeinsam und verleihen ihrer Freude Ausdruck. Die Freude über das gemeinsame Erleben ist auch im Anschluß an den Gottesdienst bei Sekt und Häppchen, zu dem das Silberhochzeitspaar einlädt, spürbar.