Bischof Paul Hepp besuchte am 18. Februar 2024 die Gemeinde Augsburg-Stettenstraße. Seiner Predigt legte er ein Wort aus 1. Thessalonicher 1, aus den Versen 2 und 3 zugrunde: „Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unsern Gebeten und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.“ Zum Gottesdienst waren die Augsburger Stadt-Gemeinden sowie Friedberg und Neusäß eingeladen.
Jeder Gottesdienst ein heiliger Augenblick?
Zu Beginn seiner Predigt bezieht sich Bischof Hepp auf den einleitenden Liedvortrag „Ziehe deine Schuhe aus“. Der Liedtext beschreibt die Begegnung zwischen Mose und Gott in Form eines brennenden Dornbuschs. Dieser Moment war heilig, weil sich Mose sich in der Gegenwart Gottes befand.„Ist es für Dich und mich jetzt ein heiliger Augenblick? Sehen wir das noch so?“ fragt der Bischof die Gemeinde. Denn in jedem Gottesdienst begegnen Christen Gott und Jesus Christus. Es gibt nichts Heiligeres als diese Begegnung.
Kein Mensch, der heute lebt, hat Jesus persönlich kennengelernt. Doch spüren kann ihn jeder – in der Gemeinschaft. Es ist die Aufgabe aller neuapostolische Christen, sich so zu verhalten, dass Jesus für andere Menschen spürbar wird.
„Werke im Glauben“ als Lebensgrundlage
In seiner Predigt geht der Bischof insbesondere auf die Beziehung von Paulus zur christlichen Gemeinde in Thessaloniki ein. Paulus gründete die Gemeinde – und musste sie danach relativ bald wieder verlassen. In der Bibelstelle, dieals Grundlage für den Gottesdienst dient, dankt Paulus Gott für die Gemeinde und für das, was sie getan hat. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Perspektive. Doch wenn man genauer hinsieht, ist alles, was wir tun können, nur dadurchmöglich, weil Gott uns geschaffen hat, betont der Bischof. Auf diese Weise hat Gott all unsere Taten möglich gemacht.
Als neuapostolische Christen sollten wir uns fragen: Glauben wir wirklich an Jesus und sein Evangelium? Sind wir voll davon überzeugt?
Ohne Glauben an Jesus verlieren auch andere Glaubensinhalte ihre Bedeutung:
Unser Glaube ist die Basis unseres Lebens. Entscheidungen und Verhaltensweisen leiten sich daraus ab.
„Arbeit in Liebe“ macht den Glauben greifbar
„Arbeit in Liebe“ heißt einzutreten in die vollkommene Liebe, die Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist verbindet. Das erfordert Arbeit und grundlegende Veränderungen. Als ein Beispiel nennt Bischof Hepp die liebevolle Begegnung mit unserem Nächsten, frei von Vorurteilen. Und auch, dass wir ihm die ewige Gemeinschaft mit Gott wünschen. Diese Arbeit kann ermüdend sein, doch im Gottesdienst finden wir die Kraft, im Glauben zu bleiben und in Liebe zu arbeiten. Es scheint fast unmöglich, doch Gott würdigt unser Bemühen, auch wenn die Umsetzung nicht perfekt ist
„Geduld in der Hoffnung“
„Auf was hoffen wir?“, fragt Bischof Hepp die Gemeinde.Dass Jesus bald kommt und wir mit ihm zusammen sind. Hoffen wir noch auf dieses Kommen des Heilands? Sind wir geduldig und warten? Hoffnung schafft Geduld und macht das Warten leichter.
Predigtbeitrag: „Was sind wir bereit (auf-)zugeben?“
„Was sind wir bereit aufzugeben?“, ergänzt Bezirksältester Rainer Stumpf, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Augsburg-Nördlingen. „Ziehe deine Schuhe aus“ bedeutet heute, unseren Status abzulegen und Jesus anzuziehen, also seine Liebe zu leben. Liebe ist die Bereitschaft zu geben. Jesus gab sein Leben, also alles. Was sind wir bereit zu geben für Gott, sein Werk, für den Nächsten?
Ruhesetzung von Diakon Louis Gabriel
Zum Abschluss setzt Bischof Hepp Diakon Louis Gabriel in den Ruhestand und würdigt sein langjähriges Dienen, seinen Dienstwillen und seine Geduld