Advent heisst „Ankunft des Herrn“ (adventus). Wir warten auf das Kommen des Herrn. Mich beschäftigt die Frage, was der Herr vorfindet, wenn er bei uns „ankommt“?!
Es gilt alles dafür zu tun, dass in unseren Familien, in unserem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld und in unseren Kirchengemeinden die Früchte aus dem Heiligen Geist, wie Liebe, Freude, Friede und Freundlichkeit (Galater 5, Vers 22) gross sind und nicht gesucht werden müssen.
Dort wo der Herr ankommt, dort wo man auf den Herrn wartet und ihn erwartet, findet man diese Früchte. Eine Hilfe ist das Wort aus Psalm 34, Vers 15: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ Es gibt viele wertvolle Dienste und Aufgaben, die wir als Christen tun können. Aber dieser „Leitsatz“ ist eine ganz wertvolle Aufgabe für jeden einzelnen und hat absolute Priorität. Von Herzen wünschen wir, dass der Chor „der himmlischen Heerscharen“, wie in der Geburtsgeschichte in Lukas 2 beschrieben, auch in unsere Herzen die Friedensbotschaft hineinsingt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Wo der Friede gestört ist, besteht auch ein gestörtes Verhältnis zu Gott. In der Umkehr besteht der Friede Christi in einem ungestörten Verhältnis zu Gott und der Gemeinschaft mit ihm.
In der Geburtsgeschichte wird Josef ganz gross in mir. Josef war fromm und gerecht (Matthäus 1, aus Vers 19), aber er trug keinen rechten Frieden in sich und „gedachte sie (Maria) heimlich zu verlassen“. Doch er hat sich vom „Engel des Herrn“ berühren lassen (Matthäus 1, aus Vers 20) und ist bei seiner Maria geblieben! Es besteht die Gefahr, dass es Zeiten gibt, wo die „Frucht des Friedens“ nicht gross ist. Ist das nicht auch so ein „heimliches Verlassen“ des göttlichen Weges?! Es kommt Distanz auf zu Gott! Auch das „heimliche Verlassen“ des Nächsten stört den Frieden mit Gott. So ist nicht nur das Verhältnis zum Nächsten gestört, sondern auch zu Gott! Die Adventszeit gibt uns neu den Impuls ins Herz: „Lass Dich vom „Engel des Herrn“, lass Dich durch die Boten Gottes durch Wort und Gnade berühren und lasst uns miteinander den Frieden Gottes suchen und ihm nachjagen.“
Josef hat nicht seinen Kopf durchgesetzt. Josef hat JA gesagt zu diesem Weg und ist bei Maria geblieben. Jesus Christus freut sich mit uns, wenn wir achtsam und liebevoll miteinander umgehen, wenn wir uns nicht „heimlich“ aus unserer christlichen Verantwortung stehlen, wenn wir "Ja", wirklich "Ja" sagen zu den Menschen, mit denen wir das Leben teilen und den anderen, die uns anvertraut sind. Jesus freut sich über unser "Ja" trotz Belastungen und Lebenskrisen. Jesus freut sich, wenn wir Konflikte im Geist gegenseitiger Achtung austragen und nicht recht behalten wollen um jeden Preis. Jesus freut sich mit uns, wenn wir "Ja" sagen können zum Nächsten, trotz Fehlern, Schwächen und Schuld, und auch "Ja" sagen zu der Liebe, die niemanden vergisst.
Also: Geben Sie dem Jesukindlein Raum in Ihrem Leben! Bieten Sie diesem göttlichen Leben Ihren persönlichen Schutz! Lassen Sie dieses Leben groß werden in Ihren Herzen! Dann ist Jesus auch IN uns tatsächlich angekommen! Dann ist wirklich Weihnachten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit mit reichlich Berührung durch die „Engel des Herrn“. Gelegenheit zur Berührung gibt es an den Adventssonntagen um 9:30 Uhr in den neuapostolischen Kirchengemeinden und immer mittwochs oder donnerstags um 20:00 Uhr.
Ihr Rainer Stumpf, Bezirksvorsteher, mit allen Gemeindevorstehern des Kirchenbezirkes Nördlingen