(15.10.2018) An einem wunderschönen Herbstnachmittag am 8. Oktober 2018 trafen sich 32 interessierte Senioren zu einer Führung durch das Steinmeyer-Orgelmusem in Oettingen.
Paul Steinmeyer führte die Gruppe im neugotischen Orgelsaal durch die 154-jährige Geschichte der zweitgrößten Orgelbaufirma Deutschlands. Mit 145 Mitarbeitern wurden von 1847-2001 in 4 Generationen ca. 2400 Orgeln gebaut. Jede Orgel war ein Unikat. So baute Steinmeyer die größte Kirchenorgel der Welt im Stephansdom in Passau mit 208 Registern. Erwähnt wurde auch, dass 3 Orgeln für die Neuapostolische Kirche gefertigt wurden. Im Archiv mit 12.400 Aktenmappen von gefertigten bzw. umgebauten Orgeln fanden wir auf Anhieb die Mappe der Orgel der Gemeinde Dortmund-Lütgendortmund. Etliche Orgeln gingen über Bahn-und Schiffsverladung nach Norwegen, Amerika bis nach Australien!
Wichtig im Orgelbau war die Intonierung. Von 10 Orgelbauern konnte höchsten einer diese Aufgabe erfüllen.
Die Pfeifen wurden entweder aus Holz , einer Zinnlegierung oder eine Zinklegierung hergestellt. Die Zinnpfeifen wurden in der Werkstatt selbst gegossen - von der kleinsten Pfeife bis zu einer Pfeifenhöhe von 12 Metern! Danach wurde das Material auf gleiche Dicke gebracht und entsprechen mit Schablonen gebogen.
Beim Rundgang durch die alten Betriebsräume sahen wir auch Geräuschmaschinen für z. B. Kinoorgeln, die ebenfalls hier produziert wurden.
Auch 6000 Harmonien wurden gefertigt. Im Flur stand noch ein Exemplar, welches Harmoniumbauer Friedrich Ritter von Hessing hergestellt hat. Er fertigte aus den beweglichen Teilen eine erste bewegliche Prothese. Im Jahr 1868 gründete er später die nach ihm benannte Hessing-Klinik in Augsburg.
Es war eine sehr beeindruckende und informative Exkursion in die Welt des Orgelbaus, welche im Stadtkaffee in Oettingen in gemütlicher Runde endete.