Während des Bezirkstages am 13.09.2026 wurde Bezirksapostel Martin Rheinberger von zwei Jugendlichen interviewt.
Was macht ein Bezirksapostel eigentlich, wenn er gerade keinen Gottesdienst hält? Was interessiert ihn, was bringt ihn zum Lachen – und was würde er Jesus fragen, wenn dieser plötzlich für zehn Minuten auf einen Kaffee vorbeikäme?
Diesen und vielen weiteren Fragen stellte sich Bruder Martin (der Spitzname des Bezirksapostels in seinem früheren Berufsleben) in einem ganz persönlichen Gespräch am Bezirkstag in Lauingen. Dabei ging es nicht nur um sein Amt, sondern vor allem um den Menschen dahinter – um seinen Alltag, seinen Weg, seinen Glauben und um die Dinge, die ihm wichtig sind.
Und dabei wurde schnell deutlich: Hinter dem Bezirksapostel steckt vor allem ein ganz normaler Mensch – mit verschiedenen Interessen, Humor, persönlichen Erfahrungen und einer besonderen Leidenschaft für die Menschen.
Kaffee, Bücher und ein bisschen schwäbische Sparsamkeit
Kaffee oder Tee? Süß oder herzhaft? Frühaufsteher oder Langschläfer? - Bei den schnellen Fragen zeigt sich schnell, dass auch ein Bezirksapostel ganz persönliche Vorlieben hat: Kaffee, Süßes und frühes Aufstehen gehören eindeutig dazu. Beim Sport wird es etwas ungewöhnlicher: Rugby statt Fußball.
Auch Bücher begleiten ihn durch den Alltag. Ein bis zwei Bücher liest er im Monat, gerne zu Geschichte, Politik, Sachbücher, Romane, deutsche, afrikanische und amerikanische Literatur. Seine Lieblingsautoren sind Hermann Hesse und Heinrich Böll.
Mittlerweile spielt auch ChatGPT eine Rolle in Leben von Martin Rheinberger. Seine letzte Frage an die künstliche Intelligenz? Wann ein Flug am günstigsten zu buchen ist. Ein bisschen schwäbische Sparsamkeit darf schließlich sein.
Bei all den kleinen Einblicken wird aber vor allem eines spürbar: Hinter dem Amt steht ein Mensch, der den Menschen mit Offenheit und Humor begegnet. Genau das macht das Gespräch so persönlich.
Ein Weg, der nicht von Anfang an feststand
Sein Weg in den hauptamtlichen Kirchendienst war keineswegs vorgezeichnet. Nach seinem BWL-Studium arbeitete Martin Rheinberger viele Jahre im Wirtschaftsleben und übernahm dort Verantwortung.
Dass sein beruflicher Weg später eine ganz andere Richtung nehmen würde, war zunächst nicht geplant. Heute gehören viele organisatorische Aufgaben, Reisen und Termine zu seinem Alltag – vor allem aber die Begegnung mit Menschen. Die Seelsorge liegt ihm besonders am Herzen. Dabei ist ihm eines wichtig: zuerst zuhören.
Bewahren, was trägt – und offen für Neues bleiben
Auch beim Thema Tradition und Veränderung sieht der Bezirksapostel keinen Widerspruch. Das Neue baut auf dem Alten auf. Ohne Vergangenheit kann keine Zukunft entstehen. Traditionen können Halt geben und gleichzeitig darf Kirche sich weiterentwickeln.
Auf seinen Reisen erlebt er außerdem, wie unterschiedlich Kirche in verschiedenen Ländern und Kulturen gelebt wird. Was hier selbstverständlich ist, kann an einem anderen Ort ganz anders aussehen.
Diese Vielfalt gehört für ihn zu einer lebendigen Kirche.
Und wenn Jesus auf einen Kaffee käme?
Eine Frage bleibt am Ende besonders hängen: „Was würdest du Jesus fragen, wenn er für zehn Minuten auf einen Kaffee vorbeikäme?“
Die Antwort ist überraschend: Eine eigene Frage wäre für ihn gar nicht das Wichtigste. Viel wichtiger wäre, dass auch andere Menschen dabei sein könnten.
Ein persönlicher Rat
Zum Abschluss wurde er gefragt, was er einem jungen Menschen mitgeben möchte. Seine Antwort: „Halte dich an Gott.“
Durch das Interview haben wir erfahren können, dass hinter dem Amt des Bezirksapostels ein Mensch mit ganz unterschiedlichen Facetten steht: jemand, der gerne zuhört, lacht, liest, reist, nachdenkt und seinen Glauben nicht nur weitergeben, sondern auch selbst leben möchte.
Hier findet Ihr das ganze Interview: Bezirkskirchentag 13.09.2026 - Interview Bezirksapostel
Text: Emilia Friesch
Fotos: Toni Brunner