Bischof Paul Hepp, stellvertretender Leiter des Apostelbereichs München, hielt am 05.07.2026 den Gottesdienst für Verstorbene in der Gemeinde Augsburg-Stettenstraße, zu dem auch alle Augsburger Stadtgemeinden sowie Friedberg und Neusäß, eingeladen waren.
Dem Gottesdienst lag das Textwort aus 1. Petrus 4 – 6 zu Grunde: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise leben im Geist“.
Zu Beginn seiner Predigt begrüßte der Bischof besonders die anwesenden Gäste und stellte die Frage, was eigentlich ein Gottesdienst für Entschlafene bedeutet. Entschlafen ist kein absoluter Zustand wie der Tod. Die Sakramente, die uns Lebenden gespendet werden, werden heute am Bezirksapostel-Altar auch an den verstorbenen Seelen vollzogen, die sich Jesus zuwenden, ihm glauben und nachfolgen.Der Bischof ging weiter auf das Chorlied vom verlorenen Schaf ein. Das hier besungene Schaf konnte sich nicht selbst befreien. Der Bischof betonte, dass Jesus Christus, der gute Hirte, jedem nachgeht. Er hat das Opfer gebracht, auf dass alle erlöst werden können. Jesus Christus ist wahrer Gott und ging sogleich nach seinem Tod in das Totenreich und predigte dort das Evangelium den scheinbar verlorenen und vergessenen Seelen aus der Zeit Noahs, die damals ungehorsam waren und den Warnungen Noahs keine Beachtung schenkten.
Bischof Hepp zeigte die Faszination: Gott gibt niemanden auf, niemand ist ein hoffnungs- loser Fall. Das Opfer Jesu ist so groß, dass jeder davon profitieren kann.
Jesus Christus sagt von sich: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben …“ (vgl. Joh. 14,6). Der Bischof machte deutlich, dass diese Aussage geglaubt werden muss, hier auf Erden und in der jenseitigen Welt, im Reich des Todes.
Bischof Hepp erwähnte auch die Begegnung zwischen Jesus und Nikodemus. Jesus sagte ihm: „Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Jene geistige Wiedergeburt ist also Voraussetzung, um in das Reich Gottes zu kommen. Dies gilt sowohl für die Lebenden als auch Toten. Und wer von seinem Glauben überzeugt ist, macht das hörbar, gibt niemanden auf und richtet über niemanden. Keiner kennt den Glaubenskampf des anderen.
Durch die innigste Gemeinschaft mit Jesus Christus sollte sein Wesen auch in und durch uns sichtbar werden, auch in der jenseitigen Welt. Der Genuss des Heiligen Abendmahls soll Auswirkungen haben und Veränderungen schaffen.
Zu einem Predigtbeitrag wurde Priester Dieter Weber aus der Gemeinde Augsburg- Stettenstraße gerufen, der in diesem Gottesdienst in den Ruhestand versetzt wurde. Er sagte unter anderem, dass das Reich der Toten kein fiktiver Ort sei. Jesus Christus ist nach seinem Tod nicht einfach verschwunden, sondern ging in das Totenreich zu einem konkreten Ort und hat dort das Evangelium verkündet. Den Seelen wurde somit klar aufgezeigt, wo bzw. bei wem Heil zu finden ist. Besonders nahe ist uns Jesus Christus im Abendmahl. Hier wie im Jenseits sind wir alle innerlich EINE Gemeinde, nicht nur eine gewisse Anzahl von sichtbaren Gottesdienstteilnehmern.
Vor der Aussonderung des Heiligen Abendmahls betonte der Bischof, dass an einem Gottesdienst die Seelen im Jenseits nicht neuapostolisch werden, sondern in den Leib Christi eingefügt werden. Es ist dann EINE Gemeinde, die auf Jesus Christus blickt. So treffen sich die Blicke von hier und drüben. Durch eine Abkehr vom Bösen und eine Hinwendung zu Gott können wir alle Gnade erlangen.
Der Bischof erwähnte noch, dass der Stammapostel heute in der DR Kongo dient und unser Bezirksapostel in Esslingen. Es ist nicht relevant, wo die Sakramente gespendet werden, wichtig ist, dass die Seelen diese Heilszuwendung erhalten. Der liebe Gott kommt den Seelen entgegen und ruft Ihnen zu : „Kommt, ich habe Euch nicht vergessen“.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls sowie dem Fürbittgebet für die Entschlafenen erfolgte die Ruhesetzung von Priester Dieter Weber. Unser Bischof dankte ihm für die jahrzehntelange Treue und sein segensreiches Dienen.Anschließend empfingen Geschwister Mussack aus der Gemeinde Augsburg-Stettenstraße den Segen zu ihrer Goldenen Hochzeit.
Mit dem Schlussgebet sowie Schlusssegen beendete unser Bischof diesen Gnaden- und Festgottesdienst.
Text: Klaus Eser/Peter Orf
Fotos: Jürgen Schleusener