Apostel Andreas Sargant, Leiter des Apostelbezirkes München, diente der Gemeinde Haunstetten und den eingeladenen Gemeinden Göggingen, Landsberg, Lechhausen, Mering und Schwabmünchen mit dem Textwort aus Psalm 132, dem Vers 13: „Denn der Herr hat Zion erwählt, und es gefällt ihm, dort zu wohnen.“
Schon im alten Bund erwählte Gott z.B. Abraham zum „Glaubensvater“ für ein ganzes Volk. Mit der Erwählung war auch eine Aufgabe verbunden, nämlich sich aufzumachen und ins Unbekannte zu ziehen. Das Volk Israel zu Zeiten von Mose war das auserwählte Volk Gottes mit der Aufgabe, die Gesetze zu halten und den Willen Gottes zu tun. Dann hat der Herr – wie es im Textwort heißt – Zion erwählt, den Berg, auf dem Jerusalem mit dem Tempel stand – um ihre Opfer Gott darbringen zu können und um dort im Tempel die Gegenwart Gottes erleben zu können, gab Gott den Menschen den Auftrag, ihr zuhause zu verlassen und teils weite Wege dorthin auf sich zu nehmen.
Auch heute gibt es „Erwählte Gottes“ – Gott hat unvollkommene Menschen erwählt, und das nicht, weil sie die Besten wären. Warum ausgerechnet sie, weiß alleine Gott. Mit jeder Erwählung ist eine Aufgabe verbunden.
So hat Gott heute Apostel erwählt mit dem Auftrag, die Braut Jesu Christi auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten und die Lehre in der Kirche rein zu halten.
Die mit dem Heiligen Geist Versiegelten sind dazu erwählt, Miterben Christi in der Herrlichkeit zu sein – in dem Zusammenhang verwies der Apostel auf den Bibeltext aus Offenbarung 14, die Verse 1 bis 5, in dem unter anderem vom Lamm auf dem Berg Zion zu lesen ist und von denen, die dort das neue Lied singen.
Mit dieser Erwählung sind ebenfalls Aufgaben verbunden, so Apostel Sargant in seiner Predigt, und nannte unter anderem folgende Dinge, die Gott von uns erwartet:
wir sollen auch heute den Willen Gottes tun.
wir sollen bereit sein zum Dienen – und das nicht aus Berechnung, um Gott wohlgefällig zu stimmen, sondern aus Liebe zu ihm. Wer liebt, dem ist nichts zu viel.
wir sollen das Heil verkündigen – schon heute in unserer Umgebung, und dann als königliches Priestertum zusammen mit Christus, wenn er sein Friedensreich aufgerichtet hat.
Der Apostel sagte in Bezug auf die nahe Wiederkunft Christi, dass es im Alltag nicht möglich sei und von Gott auch nicht erwartet würde, ständig an diesen Moment zu denken, wenn Christus wiederkommt. Aber die Vorbereitung darauf muss Priorität in unserem Leben haben. Das ist wie mit unserem Herz: uns ist nicht in jedem Augenblick bewusst, dass es gerade schlägt, und doch pulsiert es immer in uns. Und dann gab der Leiter des Apostelbereiches in diesem Zusammenhang allen Gottesdienstteilnehmern die Frage mit:
Für was schlägt dein Herz?
Priester Nicolai Edtbauer, stellvertretender Leiter des Kirchenbezirks Augsburg/Nördlingen erwähnte in seinem Predigtbeitrag zum einen David, der – obwohl er klein und der jüngste der Söhne war – zu König Israels erwählt wurde, zum anderen Petrus, der – obwohl er Christus verleugnet hatte – von ihm zum Leiter seiner Kirche erwählt wurde. Gott erwählt also auch Schwache – aber er ist es auch, der die Kraft gibt, die gestellten Aufgaben zu erfüllen.
Ein besonderer Augenblick des Gottesdienstes war es noch, als der Apostel einem kleinen Kind das Saktament Heilige Versiegelung spendete.
Text: Matthias Schmidt
Fotos: Daniela und Anton Brunner