Bei zwei Konzert-Aufführungen konnte der Kammerchor der Neuapostolischen Kirche Augsburg/Nördlingen und der Chor der Stiftskantorei Medlingen/Gundelfingen unter Leitung von Andreas Krug das „Deutsche Requiem“ eines der bedeutendsten Komponisten der Romantik, Johannes Brahms, vortragen.
So konzertierte der Chor am Samstag, 2. November im Münster St. Martin in Lauingen und am Sonntag, 3. November in St. Salvator in Nördlingen.
In St. Salvator Nördlingen begrüßte Pfarrer Benjamin Beck die Konzert-Besucher und wies darauf hin, dass diese Aufführung auch ein ökumenisches Projekt ist. Er betonte, dass uns die Musik verbindet und dieses Requiem sehr gut in den Monat November passt, wo wir der Toten gedenken.
An beiden Konzerten konnten ca. 550 Besucher begrüßt werden.
Das „Deutsche Requiem“ ist Brahms größtes Chorwerk, dessen Entstehung sich über rund 10 Jahre erstreckte. Oftmals als Requiem für die Lebenden bezeichnet, ist diese Komposition nicht der klassischen Totenmesse gewidmet, sondern dem Trost der Hinterbliebenen. Damit schafft es auch eine Verbindung zu dem an diesem Sonntag stattgefundenen Gottesdienst für Entschlafene.
Der Chor, der sich aus ca. 30 Sänger*innen der Stiftskantorei Medlingen/Gundelfingen und ca. 30 Sänger*innen des Kammerchores der Neuapostolischen Kirche Augsburg/Nördlingen zusammensetzt, hat sich unter Leitung von Michael Finck und Andreas Krug ca. 10 Monate auf dieses anspruchsvolle Requiem vorbereitet.
Das Requiem setzt sich aus 7 Sätzen zusammen und wurde von 2 Klavieren, Pauken, Sopran- und Bariton-Solisten und dem Chor vorgetragen.
Die Sopranistin Katharina Diana Brandel und der Bariton Michael Kranebitter haben bereits eine beachtliche musikalische Karriere hinter sich und bestachen in dieser Aufführung durch ihre einfühlsame und stets angepasste Stimmführung.
Auch die Pianisten Barbara und Sebastian Bartmann begeisterten an den beiden Bechstein-Flügeln durch ihre technisch perfekte und künstlerisch auf höchstem Niveau gebotene Begleitung.
Gleiches kann auch über Florian Reß an den drei Pauken gesagt werden, in höchstem Maße einfühlsam und immer angepasst an den jeweiligen Teil des Stückes.
Beurteilt man die Qualität des Konzertes an der Reaktion der Zuhörer, die bei beiden Aufführungen allesamt aufstanden und begeistert Beifall spendeten, dann kann man von zwei sehr gelungenen Konzert-Aufführungen sprechen.
Es ist eine Musik, die aufrüttelt und beruhigt, Hoffnung und Trost spendet oder wie einige Besucher offen bekannten; „Ich war so bewegt, dass ich weinen musste“ oder ein anderer Kommentar einer jungen Besucherin: „Ich hatte bei einigen Vorträgen eine Gänsehaut.“
Die Erlöse aus den beiden Konzerten fließen an die Kartei der Not, dem Hilfswerk der Augsburger Allgemeinen.
Text: Karl Mölle
Foto: Alexander Barwig