Das Unwetter, das in vielen Regionen Bayerns Überschwemmungen und viel Leid gebracht hat, machte auch der Gemeinde Augsburg-Haunstetten zu schaffen – es gab für eine kurze Zeit sogar eine Nutzungsuntersagung für das Kirchengebäude, weil die Decke im Kirchenschiff drohte herabzustürzen.
Umso glücklicher sind wir deshalb in Haunstetten, dass der Gottesdienst mit unserem Apostel wieder in unserem Kirchengebäude stattfinden kann.
Das Bezirksorchester und der Bezirkschor sind nach Haunstetten eingeladen, ebenso die Gemeinden Göggingen, Landsberg am Lech, Lechhausen, Mering und Schwabmünchen. Die Kirche ist bis fast auf den letzten Platz gefüllt.
Ich bekomme eine Gänsehaut als ich zusammen mit unserem Apostel und vielen anderen Amtsträgern den Kirchensaal betrete und die große Gemeinde das Lied singt: „Ich will streben nach dem Leben, wo ich selig bin“ (GB 397).
Apostel Andreas Sargant, Leiter des Apostelbezirkes München, dient der Gemeinde mit einem Textwort aus Jakobus 1, den Versen 23 und 24: „Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah.“
Das Lied „Welch ein Freund ist unser Jesus“ (GB 237), das vom Orchester vorgetragen wird, berührt nicht nur das Herz unseres Apostels, der seine Predigt mit Gedanken aus diesem Lied beginnt.
Bezugnehmend auf das Textwort weist Apostel Sargant darauf hin, dass es nicht alleine ausreicht, regelmäßig Gottesdienste zu besuchen und sich in der Gemeinde einzubringen, sondern dass es vor allem einer geistigen Entwicklung und eines inneren Wachstums bedarf.
Als „Messlatte“ für unser Wachstum gibt uns Gott unter anderem sein Wort, das uns als ein geistlicher Spiegel dienen kann, um uns selbst beurteilen zu können. Es besteht aber – wie im Textwort beschrieben – die Gefahr, das Wort Gottes zwar zu hören, es aber nicht in die Tat umzusetzen. Nachdenklich höre ich zu, wie der Apostel uns mögliche Gründe dafür aufzeigt: mangelnder Respekt vor Gott, Undankbarkeit, das Setzen falscher Prioritäten (z. B. weil Alltagssorgen uns zu sehr beschäftigen), Langeweile, mangelnde Weitsicht, Leichtfertigkeit oder Zweifel. Manchmal würden wir auch lieber in einen geistlichen Spiegel schauen, der ein verzerrtes Bild widerspiegelt und uns so vorteilhafter erscheinen lässt als wir wirklich sind.
Es tut meiner Seele wohl, wie der stellvertretende Bezirksvorsteher, Priester Nicolai Edtbauer, in seiner Predigtzugabe ausführt, dass wir auf der anderen Seite in diesem Spiegel auch sehen dürfen, was wir alles gut gemacht haben.
Priester Andreas Rau, Vorsteher der Gemeinde Göggingen, zeigt in seinem Predigtbeitrag in für mich sehr anschaulicher Weise die Größe Gottes auf am Beispiel eines Flugzeuges: ein Flugzeug am Himmel scheint ganz klein zu sein, sieht man dasselbe am Flughafen, ist es sehr groß – und je näher man kommt, umso größer erscheint es. Die wahre Größe unseres Gottes dürfen wir dann erleben, wenn wir ihm ganz nahe sind.
Ich freue mich riesig, als Apostel Sargant zwei kleinen Kindern die Gabe Heiligen Geistes spendet und für die Gemeinde Lechhausen Schwester Carmen Lamparter zur Diakonin ordiniert.
Rückblickend kann ich sagen: es war – sicherlich nicht nur für mich – ein richtiges Fest in schöner Atmosphäre!
Text: Matthias Schmidt
Fotos: Daniela u. Anton Brunner