LIED.GUT – lautete der Titel auf den Einladungen, Plakaten und Programmen für diese Konzerte.
Der Kammerchor des Kirchenbezirkes Augsburg/Nördlingen „voccordo“ hatte zum Chorkonzert am Samstag, 25. Oktober 2025 in die evangelische Kirche St. Barbara in Harburg und am Sonntag, 26. Oktober 2025 in die neuapostolische Kirche in Gersthofen eingeladen.
In Harburg begrüßte Hausherrin und Pfarrerin Regine Kellermann den Kammerchor und die zahlreichen Konzertbesucher, unter denen sich auch der Leiter der neuapostolischen Kirchengemeinde Harburg, Siegfried Karg, befand. Im Anschluß leitete der Dirigent Andreas Krug auf das Konzertprogramm über. Die Zuhörer erfuhren, dass aufgrund von gesundheitsbedingten und sonstigen Ausfällen im Kreis der Sänger:innen aus dem reinen Chorkonzert kurzfristig ein Chor- und Instrumentalkonzert wurde.
Zu Beginn wurde das bekannte Lied „Jesus, meine Zuversicht“ von J.S.Bach und in Folge das gleiche Stück von F.Mendelssohn-Bartholdy instrumental vorgetragen. Mit dem 5-stimmigen lateinischen Chorlied „Sicut locutus est“ von J.S.Bach und Josef Haydns Danklied „Du bist‘s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ erklangen scheinbar harmlose Kompositionen in perfekter Harmonie. Andreas Krug leitete alle Stücke mit interessanten Hintergrund-Informationen zu den Komponisten, den Werken selbst und der Erstehung der Musikstücke ein. Dadurch erhielt das Konzert einen besonderen Charakter, nämlich eine musikalische Seite und eine selten hörbare informative Seite. Dadurch gewannen die Vorträge an Atmosphäre und Tiefe. Beispielsweise erfuhren die Gäste, dass das Chorlied „How Great Thou Art“ von Carl Boberg als schwedisches Lied in einer BBC-Sendung zum beliebtesten Kirchenlied des britischen Publikums gewählt wurde. Carl Boberg selbst erlebte 1885 nach einem Nachmittagsgottesdienst auf dem Heimweg ein stürmisches Gewitter; am Ende des Sturms erstrahlte ein Regenbogen. Als Carl Boberg dann zu Hause das Fenster öffnete und das Meer wie einen Spiegel vor sich sah, war er vom Schöpfer und seiner Schöpfung überwältigt und vertonte dieses Lied.
Nach dem Lied „Waldesnacht“ von Johannes Brahms, dem „Morgengebet“ von F.Mendelssohn-Bartholdy und dem „Abendlied“ von J.G.Rheinberger übernahm die Instrumentalgruppe mit Peter Tschaikowsky’s „Bräutgam der Seele“. Das bekannte Lied „Nun danket alle Gott“ von Martin Rinckart wurde als Komposition von J.S.Bach und von F.Mendelssohn-Bartoldy vorgetragen. In die letzte Strophe diese bekannten Liedes stimmten freudig alle Besucher mit ein. Als Zugabe verabschiedeten sich die Aktiven mit „Light Ascending“, einem modernen Werk ohne Text mit besonderer atmosphärischer, melancholischer und ätherischer Klangqualität, wie es der Dirigent und Chorleiter Andreas Krug bezeichnete.
Freudiger Applaus und viele positive Rückmeldungen waren Zeichen dieser beiden besonderen musikalischen und informativen Chorkonzerte.
Die freiwilligen Spenden zugunsten der Renovierung der Kirche St.Lorenz in Schaffhausen und der Gersthofer Tafel werden zu einem späteren Zeitpunkt übergeben.
Text: Karl Mölle
Fotos: Jürgen Stumpf und Anton Brunner