Die Kirche Augsburg-Stettenstrasse war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als gleich zu Beginn des Weihnachtskonzertes aus allen Kehlen das Lied „O du fröhliche“ erklang. Das Konzert des Kirchenbezirkes Augsburg / Nördlingen wurde gestaltet vom Kinderchor, Jugendchor, dem Bezirkschor und dem Bezirksorchester. Unter dem Motto „Weihnachten rund um die Welt“ erklangen bekannte, aber auch weitgehend unbekannte weihnachtliche Musikstücke aus Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen, Norwegen, Schweden, Portugal, Südafrika und den USA.
Da waren Lieder dabei wie zum Beispiel „O wie schön das duftet“ oder „Fröhliche Weihnacht überall“, vom Kinderchor vorgetragen, der Jugendchor präsentierte „Hört der Engel helle Lieder“ und „Noel“, der Bezirkschor unter anderem „Hark, the herald angels sing!“ oder „Jul, jul, stralande jul“ und das Bezirksorchester begeisterte mit Stücken wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Rudolph, the red nosed reindeer“.
Durch das Programm führte Monika Schmidt, die in ihrer Moderation Weihnachtstraditionen in verschiedenen Ländern erzählte und interessante Hintergründe zu manchen Musikstücken gab. Zum Beispiel wurde die Melodie des zu Beginn gesungenen Liedes „O du fröhliche“ ursprünglich von sizilianischen Fischern gesungen. Einwanderer brachten die Melodie in die USA wo sie in der Bürgerrechtsbewegung gesungen wurde. Den deutschen Text schrieb der Dichter Johannes Falk, der kurz zuvor vier seiner sieben Kinder verloren hatte und daraufhin bei sich zuhause bis zu 30 Waisenkinder aufnahm. Auch dass das Lied „O holy night“ ursprünglich aus Frankreich stammt, von einem Atheisten geschrieben und von einem Juden vertont wurde, war vielen neu. Es wurde damals verboten, als herauskam, dass der Text von einem Atheisten stammt. Trotzdem ist das Lied mittlerweile überall verbreitet, weil die Melodie in einer der weltweit ersten Radiosendungen gespielt wurde.
Für viele Anwesende sehr bewegend war eine kurze Ansprache des ehemaligen Leiters des Apostelbezirkes München, Apostel i.R. Wolfgang Zenker. Er gab den Konzertbesucher mit, dass es in einer Zeit von Gewalttaten und Kriegen wichtig sei, all dem Negativen die Liebe Jesu, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen wurde, entgegenzusetzen und den Frieden Christi auszustrahlen.
Am Schluss des wunderschönen, die Herzen berührenden Konzertes sangen dann nochmals alle Anwesenden gemeinsam das in mittlerweile über 300 Sprachen und Dialekte übersetzte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Text: Matthias Schmidt
Fotos: Christian Lehr