Es ist uns vieles, was die jenseitige Welt angeht, weitestgehend verschlossen und das was wir wissen aus dem Zeugnis der Heiligen Schrift ist, dass Seelen die diese Welt verlassen haben auch die Heilszuwendungen Gottes erfahren können.
Mit dieser klaren und erfreulichen Botschaft begann Michael Ehrich, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, den Gottesdienst für Entschlafene am Sonntag, 3. November 2024 in Nördlingen. Anwesend waren neben den Gläubigen aus dem Alt-Kirchenbezirk Nördlingen auch alle Apostel und Bischöfe aus Süddeutschland und die Kirchenbezirksleiter aus dem Apostelbereich München. Der Bezirksapostel legte dem Gottesdienst das Bibelwort zu Grunde:
Johannes 5,24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubt dem der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Der Kammerchor des Kirchenbezirks Augsburg/Nördlingen unter Leitung von Andreas Krug trug das Lied „Schaff in mir Gott ein reines Herz“ vor, aus dem der Bezirksapostel einige Bitten aufgriff: Gott möge ein reines Herz mit unserer Unterstützung schaffen, die Kraft des Heiligen Geistes, dass Gott Trost geben möge und einen freudigen Geist. Trost braucht nicht nur der, der zurückbleibt, sondern auch der, der in die jenseitige Welt zieht. Gott bereitet denen, die nach der göttlichen Ordnung hinzutreten dürfen, Heil, Trost und Hilfe.
In Bezug auf das Textwort aus Johannes 5,24 unterstrich Michael Ehrich, dass es sich um ein gewaltiges Wort handelt: Derjenige, der das Wort Jesu hört und glaubt an IHN und Gott, der hat bereits das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht. Der Sohn Gottes macht deutlich, dass in seinem Wort eine unendliche Kraft liegt und dass das Wort Gottes Grundlage zum Leben ist.
Voraussetzungen für die Annahme des Wortes Gottes sind, dass „alles in uns schweige“, keine Anklage auftritt, keine Selbstvorwürfe vorhanden sind und der Glaube an Jesus Christus lebendig ist. Auch die Seelen in der Ewigkeit können das Wort Gottes hören, sie sind noch nicht direkt bei Gott und haben auch keine Begegnung mit IHM, sie befinden sich in einem Zustand der Gottferne oder der Gottesnähe, je nach Zustand und Glaube des Einzelnen.
Auch die Nachfolge von Jesus Christus ist Zeichen des wahren Glaubens. Und – mit diesem Gedanken beendete der Bezirksapostel seine Predigt – beim Wort Gottes bleiben und danach tun, das gilt für die Seelen im Diesseits und im Jenseits.
Bischof Jörg Vester aus dem Bereich Karlsruhe wies in seinem Predigtbeitrag auf die Gefahr hin, dass man, wie die Emmaus-Jünger, aus Enttäuschung die Seite wechseln könnte. Er empfahl, fest zu bleiben im Glauben an Gott und auf der Seite des ewigen Lebens.
Apostel Volker Keck aus dem Bereich Ulm erinnerte an den Hauptmann von Kapernaum, der um Hilfe bei Jesus nachsuchte. Lasst uns beim Herrn bleiben und ihm nachfolgen, dann können wir vom Glauben zum Schauen kommen.
Apostel Martin Schnaufer aus dem Bereich Freiburg/Tübingen griff den Gedanken „alles in uns schweige“ auf und gab den Rat seine eigene Meinung zurückzunehmen und offen für Christus zu sein. Er kann Neues schaffen.
Nach dem Gebet „Unser Vater“, der Freisprache und der Feier des Heiligen Abendmahles feierte der Bezirksapostel die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl für die Seelen aus der jenseitigen Welt. Das geschah dadurch, dass Apostel Andreas Sargant und Bischof Paul Hepp diese 3 Sakramente stellvertretend für die verstorbenen Seelen empfingen.
Dieser Gottesdienst war sicherlich ein Meilenstein für Seelen aus der Ewigkeit.
Text: Karl Mölle
Foto: Karl-Heinz Walter