Gottesdienst mit Bezirksapostel Martin Rheinberger am 13. September 2026 in der Stadthalle in Lauingen anlässlich des Bezirkstags des Kirchenbezirks Augsburg / Nördlingen
Martin Rheinberger, Leiter der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, diente am 13. September 2026 in der Stadthalle Lauingen. Zu diesem Gottesdienst waren alle Gemeinden des Kirchenbezirks Augsburg / Nördlingen eingeladen.
Seiner Predigt legte er das Wort aus Lukas 12 die Verse 16 bis 18 zugrunde: „Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter.“
Bezugnehmend auf das Lied „Alles Leben strömt aus dir“ (CM131), das vom Bezirkschor und -orchester vorgetragen wurde mit dem darin enthaltenen Liedtext: „deiner Hände Werk sind wir“, sagte der Bezirksapostel, dass wir in dem Bewusstsein, alle Geschöpfe Gottes zu sein und von ihm geliebt und gewollt zu sein, auch mit uns selbst Frieden schließen können - obwohl wir manchen Mangel bei uns selbst sehen. Und wir bekommen auch einen anderen Blick auf unseren Nächsten, wenn uns bewusst ist, dass auch dieser ein geliebtes Geschöpf Gottes ist.
Zum Motto des Bezirkstages “wir feiern gemeinsam unseren Glauben“, führte Martin Rheinberger aus, dass wir aber nicht feiern, weil wir Helden und so gut sind, sondern in der Dankbarkeit, dass Gott uns diesen Glauben geschenkt hat und ihn in uns bewahrt. Dieser Glaube muss sich immer wieder neu bewähren und Gott muss ihn immer wieder in uns stärken. Als die Jünger Jesu den Herrn baten: „Herr, stärke uns den Glauben“, antwortete Jesus und sprach vom Glauben wie ein Senfkorn. Senfkorn bedeutet auch der Kern des Glaubens, so der Kirchenpräsident. Dieser Kern ist die Wiederkunft Christi, auf die wir uns konzentrieren wollen und Nebensächlichkeiten beiseitelassen sollen. Dann brauchen wir auch keine Angst vor der Zukunft haben, denn unser Herr kommt!
Zum vorgelesenen Textwort führte Bezirksapostel Rheinberger aus, dass es eingebettet ist in das Gleichnis von einem, der gerne sein Erbe hätte und darum streitet, und einem - dem reichen Kornbauer -, der viel zu vererben hat, aber keine Erben. Jesus verspricht uns, dass er hingeht und die Stätte für uns bereitet, dann wiederkommen wird, um seine Herrlichkeit, sein Erbe, mit uns zu teilen!
Das Land hat gut getragen - nicht der Kornbauer war verantwortlich für den Erfolg, sondern Gott. Wir wissen, alles kommt aus der Hand Gottes. Wenn wir erfolgreich sind, dürfen wir nicht vergessen, dass wir alles dem Segen Gottes verdanken. Und wenn es mal nicht so gut läuft, kann der Gedanke für uns befreiend sein und uns zuversichtlich stimmen, dass Gott uns alles Notwendige schenken wird.
Der Kornbauer hat mit sich selbst gesprochen, er war alleine und musste alles mit sich selbst ausmachen. Wir sind nicht alleine! Wir wollen Raum für Gemeinschaft und für Gespräche schaffen. Dann können wir auch voneinander lernen. Der Alltag darf uns nicht verbieten, diesen Raum zu schaffen (anstelle sich hinter dem Handy zu verkriechen). Und zur Gemeinschaft gehören auch diejenigen, die am Rand stehen.
Es war nicht schlimm, dass der Kornbauer größere Scheunen bauen wollte, aber der Geist des immer Größer, Schneller, Höher, Weiter – der Leistungsgedanke gehört nicht in die Kirche, denn dort handelt Gott.
Am Schluss sagt der reiche, aber eigentlich arme Kornbauer: „ich habe nun Ruhe“. Es ist schön, wenn man im Zurückschauen zufrieden sein kann - aber das ist leider nicht immer so, und die Zukunft mit mancher Ungewissheit schafft auch keine Ruhe. Den Schlüssel zu wahrer Ruhe formulierte Christus selbst: „lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt. 11, 29) Wenn wir von Jesus lernen wollen, wie er Gemeinschaft ermöglichte ohne jemanden auszuschließen und zu seinem Vater aufgeschaut hat, dann kehrt Ruhe ins Herz ein, weil wir wissen, dass er der Allmächtige und Allwissende ist, der dafür sorgt, dass wir unser Glaubensziel erreichen.
Manche von uns sind auch alleine. Auch Christus fühlte sich alleine, wurde von seinen Jüngern verlassen – aber er hat sich Gott zugewendet und sagte: „mein Gott, warum hast du mich verlassen“ – und war dann eben doch nicht alleine, denn Gott war bei ihm!
Apostel Andreas Sargant, Leiter des Apostelbereichs München, sagte unter anderem in seinem Predigtbeitrag, dass wir in unserer Gemeinschaft keine Gäste sind, sondern zuhause sein dürfen – und das ist ein großer Reichtum. Und im Glauben zu wachsen bedeute, sich zu Christus hin entwickeln. Wir dürfen den Weg zum Ziel gemeinsam gehen und mit Christus an unserer Seite – in der Herrlichkeit werden wir keine Besucher sein, sondern alles ererben.
Bischof Paul Hepp, stv. Leiter des Apostelbereichs, führte aus, dass der Kornbauer nur zielorientiert war auf das Irdische. Er hat aber vergessen, dass das alles vergänglich ist. Der Bischof gab den Rat, bei unseren Entscheidungen den lieben Gott und den Heiligen Geist mit einzubeziehen - und unser Glaubensziel. Es gilt, in unsere Zukunft beim Herrn zu investieren, indem wir zu Jesus kommen und von ihm lernen. Unser Herr kommt wieder!
In diesem Gottesdienst trat Priester Werner Kleinle aus der Gemeinde Lauingen nach langjähriger, segensreicher Arbeit als Geistlicher und weiteren vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde in den wohlverdienten Ruhestand.
Text: Matthias Schmidt
Fotos: Anton Brunner, Alexander Barwig