(02.12.2013) Am 26. November 2013 berichtete die Augsburger Allgemeine Lokalteil Nördlingen über das Konzert in der neuapostolischen Kirche in Nördlingen anlässlich des 150-jährigen Kirchenjubiläums der Neuapostolischen Kirche:
Romantische Sakralmusik Konzert zum 150-jährigen Bestehen Nördlingen Im Jahr 1863 gründete sich die erste Neuapostolische Kirchengemeinde in Hamburg, die das aus der urchristlichen Kirche bekannte Apostelamt wieder aufrichten wollte.
Erwartet wird die Wiederkunft Christi in naher Zukunft. Die als Apostel ernannten Männer sollen die Gläubigen auf die biblisch verheißene Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten in der Verkündigung des Evangeliums sowie in der Seelsorge. 10 Millionen Mitglieder gehören heute dieser Glaubensgemeinschaft weltweit an.
Auch in Nördlingen entwickelte sich seit 1909 eine Gemeinde, die im Jahr 1954 in der Gartenstraße eine eigene Kirche erbaute. Das 150-jährige Jubiläum der Neuapostolischen Kirche war der Anlass für den neuapostolischen Kirchenbezirk Nördlingen, der zudem einige benachbarte Städte und Gemeinden umfasst, zu einem Konzert mit „Romantischer Sakralmusik“ zum Totensonntag einzuladen. Bezirksevangelist Karl Mölle wies bei seiner Begrüßung die Besucher darauf hin, dass aus diesem Grund vor allem Werke aus der Zeit dieser Gründung einstudiert worden seien.
Stark am Text orientierte Dynamik
Der Kammerchor der Gemeinde Nördlingen, teilweise erweitert mit weiteren Choristen aus dem übrigen Kirchenbezirk, begann mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Psalmvertonung „Jauchzet dem Herrn der Welt“ und dessen Chorsatz zu „Erhaben, o Herr, über alles Lob“ aus den „Sechs Sprüchen“ zum Kirchenjahr. Chorleiter Andreas Krug legte insgesamt großen Wert auf eine verständliche Aussprache und eine angenehme Vokalisierung.
Den romantischen Charakter der Musik verdeutlichte er wie bei Mendelssohns Abendsegen „Herr, sei gnädig!“ durch eine stark am Text orientierte Dynamik. Der Frauenchor verfügt über helle Sopran- und sicher intonierende Altstimmen. Beneidenswert ist der Chor für den frisch und klar klingenden Männerchor, der sowohl bei den hohen Tenorstellen und den tiefen Bässen stets rein intonierte und in Max Bruchs „Herr, schicke, was du willst“ äußerst aufmerksam bis zum ausklingenden Pianissimo den deutlichen gestalterischen Anweisungen des Dirigenten folgte. Die dem Chorleiter diszipliniert folgenden Reaktionen verliehen Joseph Gabriel Rheinbergers „Abendlied“ die stimmungsvolle Andacht des neigenden Tages und Anton Bruckners „Locus iste“ die Innigkeit.
Den kleinsten Wink aufgenommen
Bei den Psalmvertonungen der beiden Liedkomponisten Jakob Lützel und Julius Abel, die dem Kirchengesangswesen im 19. Jahrhundert viele Lieder beigesteuert haben, bezog sich der Dirigent sehr differenziert auf die Textaussagen, wobei der Chor den kleinsten Wink aufnahm und im folgenden „Dennoch bleibe ich bei dir“ von Friedrich A. Gerling besonders in den tiefen Stimmlagen einen sehr homogenen Klang vernehmen ließ. Drei Chorwerke aus dem Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy standen am Ende des Konzerts und rahmten mit „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“, und dem bestens intonierten und spannungsgeladen vorgetragenen Abendlied „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ die A-capella-Chorvorträge ein. Den Schluss des Konzerts bestritt der Chor gemeinsam mit dem Orchester der Nördlinger Gemeinde mit einem Chorsatz aus dem „Elias“ mit dem ermutigenden Zuspruch „Fürchte dich nicht, spricht unser Gott“, und erhielten dafür den lang anhaltenden, verdienten Beifall der Zuhörer. (emy)